Dudu rattenkind&mod

Anmeldungsdatum: 08.12.2006 Beiträge: 5970 Wohnort: Innsbruck

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Verfasst am: 18 Jul 2008 1:46 Titel: Urlaubslektür- Bücherempfehlungen? |
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Ich dachte mir, wir könnten doch mal einen thema aufmachen, wo es um bücher geht, die wir gelesen haben, ob wir sie empfehlen oder nicht, warum, warum nicht... inhaltsangabe sollte dabei eigentlich nicht so wichtig sein da man die ja schnell mal wo im www findet...
Ich beginn einfach mal:
"spektrum"-segej lukianenko
einmal vorab: ich bin ein lukianenkofan! Ich mag seine helden, die irgendwo zwischen chaos, gutem essen und zuviel alkohol angesiedelt sind. ich mag seine helden, weil sie immer irgendetwas "versagerhaftes" an sich haben, aber dennoch stärke haben und nach der wahrheit suchen. außerdem ist sein schreibstil erfrischend. simpel mit viel witz, aber nicht ohne intellekt oder versteckten seitenhiebe. immer wieder mal zitate ("eckstein, eckstein, alles muss versteckt sein) und netten erheiternden gedankengängen ("Wenn Sex unweigerlich geistigen austausch verlangt, hätte die bevölkerung auf erden längst aufgehört zu wachsen").
"spektrum" selber hat mich jedoch enttäuscht. ich brauchte erstmal die ersten 100 seiten um feuer zu fangen, dann war es spannend un gegen ende hin soff alles irgendwie ab. wobei ich eben sagen muss: es enttäuschte mich für die maßstäbe, mit denen ich lukanenko messe! ansonsten war das buch bei mir in zwei regentagen gelesen und bei 701 seiten (große buchstaben) is das kein schlechtes zeugnis.
(trotzdem ich empfehle die wächterromane (nicht von den grottenschlechten filmen abschrecken lassen!) und weltengänger!)
"warten auf Godot"- samuel beckett
öhm...eher in die kategorie typische schullektüre einzureihen, aber mir hat es sehr gut gefallen! man sollte nicht vergessen, dass es als theater- und nicht als lesestück gedacht war. sprachlich wie auch inhaltlich anspruchsvoller und den leser fordernd, was durchaus ermüden kann. also nichts für nur zum "drüberstreuen". was mir aber gefiel war, dass es nicht moralisierend war, sondern es erzählt eine geschichte, lässt einen betrachten und teilhaben, aber drängt sich nicht auf. Also ich würd das gern mal im theater sehen
"auferstehung"-leo tolstoi
noch ein russe . also vorab: alle denen die humanistischen idealen nacheifern, den "gutmenschen" unter uns, jenen die hoffnungslosen weltverbesserern und mitfühlenden wesen sind, denen wird das buch gefallen. ich konnte nach den ersten fünf kapiteln fats nicht mehr ruhig sitzen einfach weil es sooooooooooo ungerecht ist und hätte nur einer etwas ein bisschen anders gemacht, dann wären die hauptcharaktere jetzt nicht in dieser situation.
tja, sind sie aber und der gute tolstoi lässt uns ziemlich lebhaft am seelenleben eben jener teilhaben. nebenbei besticht es natürlich durch eine doch etwas feinere altertümliche sprache, jedoch leicht verständlich. was mir gut gefiel, sind diese "nachdenkpassagen" die er immer wieder einfügt. sprich eine geschichte wir zur unterhaltung erzählt, aber dann kommen philosphischere gedankengänge hinzu, aber bevor man sich langweilt, geht die erzählung weiter...
Hier wird eine ganz klare moralische botschaft vermittelt, aber nicht störend. für mich das ausschlaggebende war einfach,dass der hauptprotagonist etwas "sehr einfaches fragte; er fragte: warum und mit welchem recht die einen menschen die anderen einsperren, quälen, verschicken, peitschen und töten?" und dann feststellt "das die ganze sache darin liegt, dass die Menschen glauben, es gäbe umstände, wo man mit den menschen ohne liebe umgehen dürfe; solche umstände gibt es aber nicht!"
"ein kleid von dior"
hmm...nette unterhaltung, süß geschrieben mit einer protagonistin aus zucker. erinnerte mich jedoch zuviel an eine kindergeschichte, was mich an udn für sich nicht stören würde, aber es als was weiß ich wie "wertvoll" zu verkaufen finde ich etwas hochtrabend. trivialliteratur wie sie im busche steht, aber durchaus nicht zu verachten. eben einfach nette unterhaltung  _________________
Dum spiro spero! - Solang ich atme, hoffe ich! |
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